Weiterbauen an der Betonskulptur

Hohengasser Wirnsberger Architekten
17. Juli 2020
Ansicht Osten (Foto: Christian Brandstätter)

Hohengasser Wirnsberger Architekten haben den markanten Sprungturm am Millstätter See adaptiert. Jürgen Wirnsberger erklärt uns die Einriffe und beantwortet unsere Fragen zum Projekt.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?


In ihrer Einmaligkeit und in unserem persönlichen Bezug – Sonja Hohengasser und ich stammen beide aus Millstatt und wie so vielen Einwohner*innen haben auch wir Jugenderinnerungen an den Sprungturm.

Auf Ebene +8 befindet sich der Einstieg zur »Speedrutsche«. (Foto: Hohengasser Wirnsberger Architekten)
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?


Unser Ziel war es, mit sensiblen Maßnahmen und großem Respekt für das Vorgefundene am Bestand weiterzubauen. Unsere Handschrift sollte erst im Detail erkennbar sein.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?


Eingewirkt hat auf unsere Gestaltung weniger der physische Ort an sich als vielmehr das Bauwerk und dessen Wert für die Bevölkerung beziehungsweise seine Rolle in deren kollektiven Erinnerung. 

5 Meter-Sprungplattform (Foto: Christian Brandstätter)
Durchblick (Foto: Christian Brandstätter)
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?


Eigentlich gar nicht. Die Anforderungen des Denkmalschutzes und vor allem die heutigen sicherheitstechnischen Vorgaben, die ja auch zur Schließung des Sprungturms vor knapp 10 Jahren geführt haben, haben das Projekt sehr stark beeinflusst.

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?


Die Anordnung der beiden Sprungplattformen (5 und 10 Meter) in Kombination mit der »Speedrutsche« bedeuteten die größte Veränderung. Die Führung der »Speedrutsche« durch die Betonkonstruktion – wie seit den 1930er-Jahren bekannt  – und die Einhaltung der Sicherheitsabstände waren dabei die größte Herausforderung.

Innenleben (Foto: Christian Brandstätter)
Blick von oben auf den Turm (Foto: Christian Brandstätter)
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?


Weniger – die wesentlichen Einflussfaktoren ergaben sich aus den Anforderungen der Sicherheitstechnik beziehungsweise unserem Anspruch, dem Denkmal mit unseren Interventionen gerecht zu werden.

Lageplan
Grundriss Ebene 4
Schnitt
Name des Bauwerks
Sprungturm Millstatt
 
Standort
Kaiser Franz Josef Straße, 9872 Millstatt
 
Nutzung
Sportgerät
 
Auftragsart
Geladener Wettbewerb
 
Bauherrschaft
Millstätter Bäderbetriebe GmbH, Marktgemeinde Millstatt
 
Architektur
Hohengasser Wirnsberger Architekten, Spittal an der Drau
Jürgen Wirnsberger, Sonja Hohengasser
 
Fachplaner
Tragwerksplanung: Urban & Glatz Ziviltechnikergesellschaft m.b.H., Wolfang Steiner ZT
 
Jahr der Fertigstellung
2019
 
Gesamtkosten 
EUR 0,68 Mio. brutto
 
Maßgeblich beteiligte Unternehmer
Sanierung Holzpfähle: Ralf Moser Holzbau Gesellschaft m.b.H., Spittal an der Drau
Ertüchtigung Betonbauwerk: Niedermühlbichler Baugesellschaft m.b.H., Seeboden
Sanierung Betonbauwerk und Rutschhemmende Oberflächen: Allgemeine Bauchemie GmbH, Salzburg
Metallbauarbeiten: Die Schlosser – P & B KG, Seeboden
 
Fotos
Christian Brandstätter und Hohengasser Wirnsberger Architekten

Vorgestelltes Projekt

BWM Architekten

Salon Sacher

Andere Artikel in dieser Kategorie

Ein Ort der Begegnung
vor 5 Tagen
Gärtnern in Wien
vor einer Woche
Südtirol Home
vor einem Monat
Schulholzbau findet Stadt
vor einem Monat