Sechs neue Experten sollen helfen, Tirols baukulturelles Erbe zu schützen

Manuel Pestalozzi
11. Mai 2022
In der hinteren Reihe stehen von links nach rechts: Christina Scheffauer (Geschäftsstelle des Sachverständigenbeirats), Andreas Flora, Bruno Schwamberger, Nikolaus Juen (Vorsitzender des Sachverständigenbeirats und Vorstand der Abteilung Bodenordnung) und Peter Hollmann (Vorstand der Abteilung Bau- und Raumordnungsrecht). Vorne im Bild sind von links nach rechts Daniela Kröss, Ursula Ortner-Mahuschek, Landesrat Johannes Tratter und Gunnar Ploner zu sehen. Nicht mit auf dem Foto ist das Mitglied Peter Lorenz. (Foto © Land Tirol, Pölzl)

Niedrige Honorare vermiesten vier Mitgliedern des Tiroler Sachverständigenbeirats zum Stadt- und Ortsbildschutz die Freude an ihrem Amt. Sie verließen das wichtige Gremium. Nun konnte die Lücke geschlossen werden.

 

In der letzten Aprilwoche wurden die neuen Mitglieder des Sachverständigenbeirats des Stadt- und Ortsbildschutzgesetzes (SOG) offiziell vorgestellt. Es handelt sich um die Architekturschaffenden Peter Lorenz, Ursula Ortner-Mahuschek und Bruno Schwamberger. Ihre Berufskollegen Andreas Flora, Daniela Kröss und Gunnar Ploner fungieren künftig als Ersatzmitglieder. 

»Es freut mich, sechs neue Mitglieder des Sachverständigenbeirats vorstellen zu dürfen«, sagte Landesrat Johannes Tratter. »Mit ihrer Expertise und ihrem Engagement unterstützen sie uns maßgeblich dabei, die wertvollen Gebäude in ganz Tirol zu erhalten, für die zeitgemäße Nutzung instand zu setzen und sie wieder mit Leben zu füllen.« An Tratter wurde vor einiger Zeit der Vorschlag gerichtet, das Honorars der Mitglieder des Beirats anzupassen. Doch der Politiker lehnte ab. Dies war wohl mit ein Grund für die vier Rücktritte, die der Neubesetzung vorausgegangen waren. Anschließend signalisierte Tratter Bereitschaft, doch noch über höhere Honorare zu verhandeln.

In jüngster Zeit wird immer deutlicher, dass Handlungsbedarf beim Tiroler Ortsbildschutz besteht. Der Architekt Peter Lorenz hat sich dazu beispielsweise unlängst öffentlich geäußert. Es bleibt zu hoffen, dass der Einsatz des nun wieder vollständigen Sachverständigenbeirats gebührend honoriert wird – in jeder Hinsicht. »Das Stadtgebiet von Rattenberg oder die Ögghöfe im Kaunertal – dies sind Beispiele Tiroler Baukultur und Zeugen unserer Geschichte. Wir stehen in der Verantwortung, dieses Erbe zu schützen – zum Erhalt unserer Kultur und unserer Geschichte, für uns und vor allem für kommende Generationen«, sagte Johannes Tratter dazu anlässlich der Vorstellung der neuen Mitglieder. Nun muss sich erweisen, ob diesen schönen Worten auch Taten folgen.

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