Verdichtung im Industriebau

Manuel Pestalozzi
28. Oktober 2021
Die neueste Ergänzung auf dem Areal der Vorarlberger Firma Getzner Werkstoffe ist fest mit dem Bestand verwachsen. (Foto © Getzner Werkstoffe)

Die Vorarlberger Firma Getzner Werkstoffe hält ihrem Stammsitz die Treue. Mit einem neuen Ergänzungsbau erweitert sie ihre Produktions- und Lagerkapazitäten. An der Planung beteiligte sich auch Erich G. Steinmayr.

Die Firma Getzner Werkstoffe ist auf Schwingungsisolierungen für Bahn- und Industrieanlagen spezialisiert. Die Wurzeln des Vorarlberger Industriebetriebs reichen zurück ins Jahr 1818. Auf dessen Areal in Bürs, das zwischen der Autobahn A14, der Hauptstraße und dem Bergbach Alvier liegt, wurde kontinuierlich verdichtet. Die jüngste Ergänzung mit rund 8000 Quadratmetern Neubaufläche, 120 neuen Arbeitsplätzen und einem Hochregallager befindet sich im nordwestlichen Teil des Geländes, direkt am Bachbett. Damit sieht sich das Unternehmen, das momentan wächst, in der Lage, seine Produktionsmenge zu verdoppeln.

Die repräsentative Innenarchitektur, hier im Empfangsbereich, ist schlicht, doch qualitätsvoll. (Foto © Getzner Werkstoffe)

Die verwinkelten Neubautrakte sind teilweise Ergänzungen im Bestand. Sie erhöhen die Dichte auf dem Stammareal. Das für Industrieanlagen eigentlich traditionelle Vorgehen ist heute zwar leider eher selten geworden, aber in Zeiten des Klimawandels und im Sinne des Ziels einer gelungenen Innenentwicklung gewiss der richtige Weg. In den teils großzügig verglasten Neubauten gibt es auch repräsentative Räumlichkeiten – etwa im neuen Empfangsbereich. Sie sollen Aufbruch und Wachstum signalisieren und klar machen, dass die Firma aktuellen Herausforderungen gewachsen ist. Die Planung oblag einer Arbeitsgemeinschaft aus dem Vorarlberger Architekten Erich G. Steinmayr, dem Büro Nachbaur Wörter sowie Iris Kellner aus Lindau und Marika Marte, die für die Innenarchitektur zuständig war. 

Im neuen Hochregallager (Foto © Getzner Werkstoffe)

Besonders stolz ist das Unternehmen auf sein neues Hochregallager. Es sei in Ausführung und Dimension weltweit einzigartig. Dort werden die bis zu 31 Meter langen und 14 Tonnen schweren Schwingungsschutzmatten in schubladenartigen Behältnissen aufbewahrt. Bei Bedarf können sie – voll automatisiert – zu Rollen aufgewickelt werden. Die Anlage dient als Reaktionslager und als Sicherheitspuffer, um Kunden auch kurzfristig mit Ware versorgen zu können. Zu den 8000 Quadratmetern Neubaufläche kommen bei dieser Erweiterung 12500 Quadratmeter an neuen Außenanlagen – zusätzliche Grünflächen, Stell- und Wendeplätze wurden angelegt.

Wirtschaftslandesrat Marco Tittler freute sich anlässlich der Eröffnung über das Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Vorarlberg. Jenes bekräftigt seinen erfreulichen Lokalpatriotismus mit dem erklärten Ziel, den Energiebedarf für sein Areal vorrangig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Die Energieversorgung erfolgt einerseits über das kürzlich erneuerte Kleinwasserkraftwerk der Firma Getzner, Mutter & Cie, aus der die Getzner Werkstoffe GmbH übrigens 1969 als Tochtergesellschaft hervorgegangen ist. Anderseits wurden die Dachflächen des Erweiterungsbaus mit Photovoltaik-Modulen belegt, die zusätzlich Energie bereitstellen. Für ressourcenschonende betriebliche Prozesse hat Getzner Werkstoffe ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO-Norm eingeführt.

Eine große Solaranlage dient der Energiegewinnung. (Foto © Getzner Werkstoffe)

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