Von der Fassade bis zum Elektroauto: Das sind die Gewinner des Innovationsawards für integrierte Photovoltaik

Manuel Pestalozzi
7. April 2022
Am Bahnsteig der Haltestelle Matzleinsdorferplatz in Wien wurden Photovoltaikmodule an der Überdachung verbaut. Diese Lösung wurde in der Kategorie Infrastruktur ausgezeichnet. (Foto © Architekturbüro Reinberg)

Zum dritten Mal hat die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik ihren Preis vergeben. Für die Zukunft stellt sich die Frage nach der Speicherung der gewonnenen Energie.

 

Die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) wurde im Mai 2008 als gemeinsame Initiative der in Österreich produzierenden Betriebe in diesem Bereich und der relevanten einheimischen Forschungseinrichtungen gegründet. Ihren Innovationsaward vergibt die Organisation alle zwei Jahre. Erstmalig war heuer die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als weiterer Auslober mit an Bord. Darüber hinaus wurde die Auszeichnung vom Bundesverband Photovoltaic Austria, dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, dem Klima- und Energiefonds sowie dem Industriepartner Sonnenkraft unterstützt. 

Die vierköpfige Jury bestand diesmal aus internationalen Experten. Eingeladen wurden nämlich auch zwei Schweizer: Dr. Francesco Frontini, Head of Building System Sector beim Swiss BIPV Competence Center, und der Architekt Karl Viridén vom Büro Viridén + Partner aus Zürich. Die einheimischen Jurymitglieder waren Brigitte Eisl von der BIG und der Experte für Energie und Nachhaltigkeit, Wolfgang Huber. Bemerkenswert: Auch ein Award ging in die Schweiz. Unser Nachbarland konnte seine besondere Expertise bei der integrierten Photovoltaik also gleich in mehrerlei Hinsicht unter Beweis stellen.

 

Die gesamte Gebäudehülle des Wohnhauses Sol’CH in Poschiavo in der Schweiz besteht aus speziellen Paneelen, die Strom erzeugen. Hierfür wurde an Nadia Vontobel Architekten der Preis für integrierte Photovoltaik bei Wohnbauten verliehen. (Foto © Nadia Vontobel Architekten)

28 Projekt wurden insgesamt eingereicht. Die Jury vergab vier Auszeichnungen, welche die vielen Möglichkeiten bei der Anwendung integrierter Photovoltaik verdeutlichen.

 

Preis für PV in der Infrastruktur
Bahnsteig Matzleinsdorferplatz, Wien
Architekturbüro Reinberg, Wien
 
Preis für PV-Integration in die Mobilität
Holz Solar Cart
Cart Brothers, Wien
 
Preis für BIPV (Building Integrated Photovoltaic) bei Wohnbauten
Sol’CH, Poschiavo, Schweiz
Nadia Vontobel Architekten, Zürich, Schweiz
 
Anerkennungspreis 
Kindergarten von Deutsch-Wagram
juri troy architects, Wien
Den Anerkennungspreis verdiente sich der Kindergarten von Deutsch-Wagram mit einem guten energetischen Gesamtkonzept und dem gelungenen Einbezug der Photovoltaik in die Architektur, wodurch diese mit den Worten der Jury »besondere pädagogische Wirkung entfaltet«. (Foto © Juri Troy)

Künftighin dürfte der Photovoltaik eine noch größere Bedeutung zukommen. So könnte die gewonnene Energie beispielsweise genutzt werden, um Elektroautos zu laden, deren Marktanteil derzeit deutlich steigt. Damit geht die Frage einher, wie große Mengen an Energie gespeichert und rasch abgerufen werden können. Hier bleibt noch viel Forschungsarbeit zu leisten, denn die heute bereits vorhandenen Technologien sind noch nicht ausreichend.

 

Das ebenfalls ausgezeichnete Fahrzeug, das mit Solarenergie betrieben wird, ist großteils aus Holz gebaut. Es ist für den Einsatz auf kurzen Strecken gedacht. (Foto © Cart Brothers)

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