Was lange währt, wird endlich gut

Manuel Pestalozzi
2. September 2021
Mit drei Bogenpaaren überwindet die neue Brücke die Donau zwischen dem Stadtzentrum und dem Viertel Urfahr. (Foto © Stadt Linz / Heimo Pertlwieser)

Ein Jahr länger als geplant hat es gedauert, nun ist in Linz eine elegante Eisenbahnbrücke über die Donau eröffnet worden. Sie verbindet Urfahr mit dem Zentrum. Planungsfehler verzögerten die Arbeiten und trieben die Kosten in die Höhe. 

Mit drei imposanten Bogenpaaren aus Stahl und drei Pfeilern (zwei im Strom, einer im Hochwasserbett) verbindet neu eine 400 Meter lange Eisenbahnbrücke den Stadtteil Urfahr mit Linzer Stadtzentrum. Bei den Bögen handelt es sich Zügelgurttragwerke; ihre jeweils höchsten Punkte befinden sich über den Widerlagern, zwei V-förmig angeordnete Stäbe stützen sie ab. Zwischen den Bogenpaaren verlaufen die Fahrbahnen, außerhalb nimmt die Brücke zu beiden Seiten je einen 2,5 Meter breiten Radweg und einen 2 Meter breiten Gehweg auf.

Der elegante Entwurf stammt vom Pariser Architekturbüro von Marc Mimram. Es gewann den EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerb. Die neue Querung ersetzt die im Jahr 1900 eröffnete Eisenbahnbrücke über die Donau – eine Konstruktion aus genieteten Eisenträgern, die von Anfang an für eine gemeinsame Nutzung von Eisenbahn und Straßenverkehr geplant war. Nicht ohne Wehmut trennte sich die Bevölkerung von dieser beeindruckenden Fachwerkkonstruktion.

Teure Planungsfehler und Busse statt Zügen

Die 2018 begonnenen Bauarbeiten verliefen nicht ganz wie geplant: Ein Fehler in den statischen Berechnungen führte dazu, dass 500 Tonnen Stahl zu wenig eingeplant wurden. Dieser Schnitzer resultierte in erheblichen Mehrkosten und einer Verlängerung der Bauzeit. Das verärgerte viele Linzer*innen. Doch inzwischen haben sich die Wogen etwas geglättet. 

Flussaufwärtsseitig verläuft zwischen den Bogenpaaren eigentlich ein für die Linzer Stadtbahn gedachter Streifen, der gegenwärtig jedoch als Busspur ausgeführt ist. Ihr gegenüber dient eine zweispurige Fahrbahn mit zwei jeweils 3,5 Meter breiten Fahrstreifen dem Individualverkehr. »Sag mir, wo die Schienen sind?«, provozierten deswegen an der feierlichen Einweihung Aktivist*innen auf einem Transparent. Die Antwort gab Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner: Es wird noch acht Jahre dauern, ehe die Stadtbahn über die Brücke fährt. Jetzt schon Schienen zu verlegen, sei daher nicht zielführend. 

Verwandte Artikel

Andere Artikel in dieser Kategorie