Holzbauten als Ergänzung für ein Baudenkmal

Manuel Pestalozzi
22. September 2022
An das historische Hotel an der Ecke Saint-Julien-Straße/Elisabethstraße wird zukünftig ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit einem etwas vorragenden Kopfbau anschließen. Dadurch entsteht ein 5000 Quadratmeter großer Hofraum, der begrünt wird und autofrei gehalten werden soll. (Visualisierung © LP architektur)

Einst stand das Hotel zum Hirschen vor den Toren Salzburgs. Doch seither ist die Stadt stark gewachsen, und so befindet sich das herrschaftliche Haus heute mitten in der Elisabeth-Vorstadt. Seinen Namen erhielt es vom Wirt des Gasthauses Goldener Hirsch in der Innenstadt, der am Standort einen Hof besaß, eben den »Hirschenwirtshof«. Seit 1830 ist das Bauwerk im Besitz derselben Familie. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von Fliegerbomben getroffen und so schwer beschädigt, dass es neu aufgebaut werden musste. Die nunmehr elfte Generation der Besitzerfamilie möchte die Anlage an der Saint-Julien-Straße nun fit für die Zukunft machen. Dazu wird entlang der Elisabethstraße auf bisher noch nicht bebautem Gelände ein Mehrfamilienhaus ergänzt. Zudem wird das historische Bestandsgebäude kernsaniert. Die Bauherrschaft, die das Vorhaben mit großer Leidenschaft und Begeisterung angeht, wie ihre Website zeigt, setzt bei ihrem Projekt »Am Hirschengrün« ausdrücklich im Sinne der Nachhaltigkeit, aber auch der Baukultur auf zeitgemäße Holzarchitektur.

Durch die Erweiterung der Anlage wird ein geschützter Innenhof entstehen, der begrünt werden soll. (Visualisierung © LP architektur)

Darum wurden zwei Architekturbüros beauftragt, die mindestens in Österreich als besonders stark im Holzbau gelten: Das Team von LP architektur hat die künstlerische Oberleitung inne, Dietrich | Untertrifaller übernehmen die Umsetzung des Projekts. Der Altbau wird entkernt, generalsaniert und um zwei Anbauten ergänzt. Neu soll er sodann 120 Hotelzimmer beherbergen. An ihn anschließen wird an der Elisabethstraße ein hinter einem Kopfbau etwas zurückversetztes Wohnhaus mit sechs Stockwerken. Zudem wird eine zweistöckige Tiefgarage gebaut. So kann ein 5000 Quadratmeter großer autofreier Innenhof entstehen. Die Bauherrschaft spricht von einem grünen Garten inmitten der Stadt anstelle einer tristen Asphaltfläche.

Die Neubauten werden in Holz-Hybridbauweise ausgeführt. Die zur Vermietung vorgesehenen Wohnungen sind zwischen 40 und 70 Quadratmeter groß, wobei jede Einheit über eine eigene Freifläche verfügt. Die Sockelzone wird durch zwei Atelierwohnungen belebt, die straßenseitig über repräsentative Büroflächen verfügen. Dadurch eignen sie sich für Selbstständige, die Wohnen und Arbeiten kombinieren möchten. Geothermie- und Photovoltaikanlagen werden umweltfreundlich Energie produzieren. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant.

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