Sozialzentrum Nenzing Haus 1

Nenzing
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Architects
Heike Schlauch raumhochrosen
Address
Nenzing
Year
2015

Pflegestation für junge Pflegebedürftige, Generalsanierung und Erweiterung

Nenzing/A, 2010 – 2015

Ein neues Haus für die Alten, der Altbau für die Jungen

 

Nach dem Umzug der Bewohner des Pflegeheims Nenzing in den Neubau (Arch. Dietger Wissounig) fanden die Umbauarbeiten im Altbau statt. Ein Haus nur für junge Pflegebedürftige deckt als einer von zwei Schwerpunkten in Vorarlberg deren spezielle Bedürfnisse ab. Zwei Pflegeoasen, eine für demente Schwerstpflegebedürftige und die andere für Wachkomapatienten ergänzen das Angebot. Dieses Konzept wird hier in Vorarlberg zum ersten Mal umgesetzt.

 

Im Inneren des mächtigen Baus an der Bahnhofstraße war eine komplette Entkernung notwendig, um das Haus an die Anforderungen des Brandschutzes und die aktuellen Pflegevorschriften anzupassen. Neue Stahlbetondecken wurden eingezogen. Durch eine Neuaufteilung der Zimmer, abgestimmt auf die alte Fensterordnung, erhielt jedes Zimmer ein eigenes Bad. Pro Geschoss entstand so eine Station mit fünf Zimmern, einem Pflegebad und einem offenen, allgemeinen Stationsbereich. Um angemessene Aufenthaltsflächen zu erhalten waren Ergänzungsflächen notwendig, die durch einen straßenseitigen Erker geschaffen wurden. So ist der Ausblick in die Bahnhofsstrasse und ein großzügiger Lichteinfall möglich.

 

Die Materialisierung im Inneren signalisiert Wohnlichkeit. Holzböden, verschiedene Weißtöne und pastellige Helligkeit im Gangbereich. Der Andachtsraum aus dem Bestandsbau, der für viele Menschen noch Erinnerungswert besitzt, wurde an derselben Stelle wieder komplett mit Holz verkleidet und schafft mit seiner Oberfläche aus Weißtanne einen ruhigen und besinnlichen Bezugspunkt.

 

Auf der Hofseite schließt in allen Geschossen ein Verbindungsgang an den Neubau an. Das Dachn wurde komplett entfernt und als Holzbau mit großen, raumbildenden Gaupen neu aufgesetzt. Dort sind heute die zwei Pflegeoasen untergebracht. Sie nutzen den hohen Dachraum für die offenen Räume der beiden Stationen.

 

Alle Anbauten sprechen hinsichtlich Material und Struktur dieselbe Sprache und setzen sich vom bestehenden Massivbau ab. Eine weiße, glatte Aluminiumfassade, mit einer geschossweise versetzten Pfeilerfolge setzt sich ab von der rauen Putzfassade des Massivbaus. Weiß in Weiß, ein Spiel von Licht und Schatten. Repräsentativ zur Straße hin und als stabiler Kontrast zur Holzfassade des Neubaus. Alt und Neu bilden einen kleinen Hof um den Eingang des Neubaus.

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