Haus W

Südsteiermark
Foto © N. Müller
Foto © N. Müller
Foto © N. Müller
Foto © N. Müller
Architekten
Architekt Norbert Müller
Standort
Südsteiermark
Jahr
2016

Basis für den hier vorliegenden Entwurf sind die Topographie des bereits erworbenen Hanggrundstückes in den südöstlichen Ausläufern des Saggautals in der Südsteiermark und ein mit dem Auftraggeber besprochenes Funktionsprogramm inklusive formaler Ansätze.

Davon ausgehend und nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Ort wurden nun die vorliegenden Baukörper, ihre Volumen, deren Lage im Gelände und ihre Erschliessung bzw. die Organisation des Anwesens selbst entwickelt.

Die grosse, nach Südwesten geneigte Grundfläche von mehreren Hektar Ausmass setzt fast an der Kuppe der mit Weinanbau landwirtschaftlich genutzten Erhebung an und ist nach Norden mit einem grossen Laubwald begrenzt.

Talseitig teilt eine eigene Zufahrt den Hang, der obere Teil ist für die Bebauung vorgesehen. Aufgrund der nur mit Weinanbau genutzten Bodenfläche und einiger weniger Obstbäume (Höhenentwicklungen) sind fantastische Sichtachsen/Blickrichtungen nach Süden – Weinebene, Remschnigg, Radlpass – vorhanden, die bewusst inszeniert werden. Ein altes Kellerstöckl bildet den Ausgangspunkt der neuen Ge-staltung des ansonsten unbebauten Grundstücks und ebensolcher, anschliessender Nachbarschaft. Da die alte Baumasse aus ihrer ursprünglichen Funkion heraus – Winzer-/Jagdhaus – nur mit einfachen, fussläufigen Abläufen be-spielt wurde, ist die Möglichkeit einer zeitgemässen und durch die neuen Funktionen (Nutzungszeiten) bedingten Erschliessung von Grund und Anwesen, neben den zuvor beschriebenen, zu einem wesentlichen Entwurfsansatz geworden.

Ein weiteres wichtiges Gestaltungselement ist die Aufnahme und Übersetzung der traditionellen Baumassen bzw. Steildachstellungen der vorhandenen Gehöfte auf den umliegenden Hügeln. All dies beinhaltet nun die Idee zu der vorliegenden Gesamtgestaltung. Am nordwestlichen Ende der Zufahrt (Waldrand) setzt am ebenen Gelände mit Parkierung und Wendekreis (Umkehre) und ermöglicht mit dieser Form des „ Ankommens, Zugehens“ die Erschliessung des Hauses. Entsprechend entwickeln sich dann die inneren Funktionen von oben nach unten, beziehungsweise nach links und rechts/hinten. Der Hauptbaukörper entspricht in der Hangfalllinie dem Altbestand und wird mit Seitenteilen erweitert - angefügtes neues Volumen. Die inneren Abmessungen basieren auf übersetzten Tatami-Geometrien.

Zusammen mit dem in den Hang gestellten Nebengebäude bilden die Baumassen die neue Form, die sich über grosse talseitige „ Ausschnitte “ in die Landschaft öffnet und dem Eintretenden mit diesen „ Fenstern “ einen spektakulären Ausblick die Landschaft vermittelt – gilt natürlich auch für den Innenraum selbst.

Gleichzeitig bildet dieses, teilweise 2-geschossige Volumen mit seinen angegliederten Funktionen und transparenten Ab-schlüssen und Öffnungsmöglichkeiten (Schiebetüren) das Zentrum des Hauses, verknüpft fliessend Innen und Aussen.

Diese Baumassenstellung und ihre Einbettung in die umgebende Landschaft - Kulissenwirkung, Filter - ihre Schattengeometrien im Wechsel der Jahreszeit, Ausblicksituationen + Tiefenwirkung ergeben die internen Funktionen wie Ankommen, die Plazierung und Form/Organisation des Hauses.

Die Baukörper ermöglichen Freiflächen-konsumation unter Einbeziehung der oben angeführten Prämissen – Terrasse, Balkon, Nebengebäude - die Fassaden sind nach „vorne“ geöffnet + Beschattung - die Stellungen reagieren auf die Licht- und Besonnungsverhältnisse (Passivhaus, Aussicht), nach „hinten“ und an den Flanken wird die Form geschlossen.

Die Baumassen und ihre Volumsverteilung ergeben eine Organisation auf drei Ebenen, wobei in der mitte – Hauptgeschoss - das Wohnen, Kochen, Essen - Seitentrakte Gäste und Überleitung Freibereich, Kellerstöckl Weindepot und im Obergeschoss das Ruhen mit Balkon (Fernsicht) stattfindet – Masterbereich.

Das Erdgeschoss wird durch das „ hineinziehen“ der begleitenden Erschliessungen zusätzlich akzentuiert, vom dem unmittelbar dahinter gelegenen Hauptbereich – Esssen/Wohnen/Kamine – ist der freie Blick in die Landschaft in zwei Richtungen möglich.

Die Formensprache ist zeitlos und entwickelt sich aus den inneren und äusseren Bedingnissen – teilweise offene Übergänge der Nutzungsfunktionen. Räume werden durch unterschiedliche Höhen betont, inklusive differenzierte Tageslichtführung (Oberlichten) und vorgelagerter Freibereich – Übergänge /verschmelzen Innen + Aussen. Über dem alten Baukörper ist mittels neuer Dachkonstruktion (+ Holzdeckung) noch zusätzlich Volumen geschaffen. Als Materialien werden aussen Putzflächen und traditionell übersetzte Holzkonstruktionen, kombiniert mit Metall -/Glaselementen vorgeschlagen.

Im innern bestimmen Holz- und Steinböden und klare Wand - und Deckenflächen das Erscheinungsbild. Die Freiflächengestaltung ergänzt das Haus, die locker gesetzten Steinplatten und geometrische Betonfertigteile bilden einen sanften Übergang in die Natur, gleichsam Spur + Gedächtnis des Ortes.

Link zum Projekt: http://www.archmueller.at/nm_efh_w.html

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